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Mein Name

Unterwegs mit dem Auto.
"Steven
Inferno" oder auch "Stevo" (Steven + Inferno), die Kurzform davon, ist
ein Name, den ich mir selbst während einer symbolischen Neutaufe
gegeben habe. Sozusagen ein Schlussstrich und eine Abgrenzung von
meinem alten "Ich". Eine Distanzierung von meinem alten Leben, welches
durchzogen war von Enttäuschungen. Sei es von Leuten zu denen ich mal
Kontakt hatte, seien es irgendwelche Jobs die mir keinen Spaß mehr
machten... Vieles würde ich heute komplett anders machen. Und ich bin
inzwischen eine vollkommen andere Person geworden, als ich
beispielsweise vor ein paar Jahren noch war. Ich wurde älter und
erfahrender, las Bücher von Nietzsche und LaVey, beschäftigte mich mit
Philosophie, Theologie und Soziologie. Ich brachte die nervige
Pubertät hinter mich, welche rückblickend die wohl peinlichste Phase
in meinem Leben war. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Menschen auf
der Erde, hatte ich als Mitteleuropäer nicht ausreichend echte
Probleme, die mich von hormonell verursachten und vollkommen
unwichtigen Stimmungsschwankungen und Gefühlsergüssen ablenken konnten.
Erst später merkte ich, dass vieles in der Welt einfacher, aber vor
allem irrelevanter ist, als es einem zunächst vorkommt und von der
Gesellschaft
dargestellt wird.
Mein Leben

Portrait
Heute
bin ich
ein Einzelgänger. Viele haben mir prophezeit und versichert, dass dies
nur eine Phase sei. Viele meinten ich müsse mal unter Leute gehen und
dann würde sich das ändern. Tatsache ist aber, dass ich weder große
Menschenansammlungen noch kleinere Privatpartys ertragen kann.
Diskotheken sind mir zu laut. Und meine lichtempfindlichen Augen
brennen, wenn ich in die grellen Scheinwerfer des "LJs" sehe. Nein...
Nicht meine Welt. In einer Diskothek halte ich es maximal eine halbe
Stunde aus, bevor ich den Laden wieder verlasse. Leute mit denen ich
mich gut verstehe, habe ich gern um mich. Allerdings höchstens ein bis
zwei Stunden. Dann gehen auch sie mir auf den Geist. Ich fühle mich
eingeengt und kann mich nicht entspannen. Meistens werde ich deswegen
etwas "unumgänglich". Also gibt es für mich keine "Ballermann-Partys",
"Flirt-Abende", "Beach-Partys", "mit-Freunden-abhängen",
"Chill-Out-Sessions", "Blind-Dates", "Love Parades" oder womit man sich
angeblich sonst so die Zeit vertreibt. Ich gebe zu, dass ich
jegliche Fähigkeit zur Empathie und sozialen Interaktion verloren habe.
Ich kann mit Menschen
nicht umgehen. Die lächerlichen,
mitteleuropäisch-gesellschaftstypischen Problemchen des gemeinen
Bundesbürgers und die daraus resultierenden,
uninteressanten Smalltalks nerven mich. Natürlich gehe auch ich einem
Beruf nach. Dies schaffe ich aber nur, da ich strikt zwischen Arbeits-
und Privatleben trenne. Die notwendige Kommunikationsbereitschaft im
Berufsalltag sehe ich also als Dienstleistung an, für die mein
Arbeitgeber bezahlt hat. Privat bin ich dagegen eher verschlossen und
introvertiert.
Ich
bin höflich und freundlich zu jedem, der mir keinen Grund gibt es nicht
zu sein. Aber ich beschränke meine Kommunikation auf das Notwendigste.
Ich spreche keine Frauen an und gehe Konflikten aus dem Weg (es sei
denn ich kann ihnen nicht aus dem Weg gehen). Manche Leute scheinen das
nicht zu verstehen und sind auch noch beleidigt, wenn ich kein "ernstes
Interesse" zeige. Lasst mich halt einfach in Ruhe, wenn euch das nicht
passt. Wenn ihr einen Freund sucht, dann kauft euch doch einen Hund.
Aber erwartet nicht von mir, dass ich für euch den Unterhalter spiele.
Unser Inferno
Diese Welt ist ein Inferno, es ist unsere
selbstgeschaffene Hölle. Tagtäglich konfrontiert mit Gewalt, Verbrechen
und Ungerechtigkeit. Möglicherweise sind wir schon gestorben und wissen
es nur nicht? Und so fragen einige dann: Ist diese Welt inzwischen das
Werk des Satans und nicht mehr
Gott dafür verantwortlich?
Erzählt
mir nichts von irgendwelchen
Göttern, die uns angeblich helfen können oder an irgendetwas schuld
sein sollen.
"Suche Gott!", meinte mal einer zu mir. Wenn es hart auf hart kommt
suchen viele nach Gott. Manchmal auch die, die vorher noch nie an ihn
geglaubt
haben. Gibt es ihn? Wenn es ihn gibt, dann ist er ein Sadist. Ein
Lügner und ein Egozentriker. Er sieht zu wie Kinder verhungern, Kriege
geführt werden, in seinem Namen getötet und gemordet wird. Er hört die
Gebete derer, die verzweifelt sind und nicht wissen an wen sie sich
wenden können und es interessiert ihn nicht. Ist er allmächtig, so kann
er alles von heut auf morgen lösen, aber er tut es nicht. Stattdessen
sieht er amüsiert zu, wie ein paar Geistliche Kirchen bauen und ihn mit
Gottesdiensten ehren, anstatt einer nützlichen Arbeit nachzugehen.
Doch
wie kann ein Wesen barmherzig sein, wenn es zulässt, dass andere
aufgrund seiner persönlicher Vorstellungen leiden und zur Hölle fahren
müssen? Oder ist er barmherzig, aber kann es nicht ändern? Dann ist er
nicht allmächtig. Warum sendet er seinen eigenen Sohn, um zuzusehen wie
er dann hingerichtet wird? Es interessiert ihn nicht, dass der Verein,
der in seinem Namen predigt, seine durch Moses an die Menschen
gebrachten Regeln bricht und gebrochen hat. Er sieht zu wie Menschen
ihr letztes Hab und Gut einer Kirche geben, die kaum etwas für sie tut.
Ich glaube an keinen Gott. Der Mensch hat sich sein Inferno
selbst erschaffen. Diese Welt ist nur deswegen ein "Inferno", eine
Hölle, weil sich niemand mehr für den anderen einsetzt. Weil niemand
etwas ohne Gegenleistung tut. Weil Leute lieber wegsehen, wenn jemand
in der Bahn bedrängt oder zusammen geschlagen wird und weil Leute es
nicht für nötig befinden anzuhalten, wenn ein Auto umgekippt im
Strassengraben liegt. Aus diesem Grund versuche ich es anders zu machen
und habe mir selber drei Lebensregeln diktiert, die ich halten werde.
Manchmal ist es schwer sie zu halten und oft misslingt es mir, aber
jeden Tag versuch ich es aufs Neue.
Drei Regeln, an die man sich nicht halten muss, aber vielleicht sollte:
- Sei nett und höflich zu jedem, es sei denn er hat dir
Gründe gegeben, die dagegen sprechen.
- Wenn jemand Hilfe braucht, so helfe ihm. Es sei denn,
es gibt Gründe, die dagegen sprechen.
- Übernimm für alles was du tust immer selbst die
Verantwortung.
Ich
bin nett zu jedem, aber ich bin kein Christ, der auch
"die Linke" hinhält. In dieser Welt gibt es leider Menschen, denen
andere nicht nur egal sind, sondern die meinen sich an anderen
vergreifen zu müssen. Menschen, die im Grunde schwach sind, meistens
auf die Hilfe von Komplizen angewiesen um ihre merkwürdigen Ziele zu
erreichen. Diese Menschen sind das eigentliche Problem, die eigentliche
Krankheit, mit der unser Planet infiziert ist. Die übelsten Verbrecher
sind meistens die gut aussehenden Dressmen und Geschäftsleute, die in
Wahrheit einer kriminellen Organisation angehören. Der Vergewaltiger
ist meistens nicht der "hässliche Typ", der im Sexshop Pornos
konsumiert, sondern der gut gebaute "Traummann", der aus seinem
Weltbild heraus nicht verstehen kann, wie eine Frau tatsächlich "nein"
zu ihm sagen kann. Er versteht es einfach nicht, weil es ihm nicht
logisch erscheint. Und selbst wenn; es ist ihm egal. Denn er selbst
sieht sich als etwas besseres an, dem alle Frauen zu Diensten sein
sollten. Ich habe auch kein Verständnis für Tierquäler oder reiche
Leute, die sich unbedingt Robbenfelle kaufen müssen und so die
eigentliche Ursache für das alljährliche Robbenschlachten sind. Sie
alle widern mich an. Ich möchte nichts mit ihnen zu tun haben und
wünsche diesen Leuten alle unheilbaren Krankheiten der Welt an den
Hals...
Lebt jeder Mensch nach den drei Regeln (oben), so haben
Menschen wie die eben beschrieben Subjekte keine Chance mit ihren
Handlungen durchzukommen. Sie werden kläglich scheitern und sich
wundern, warum sie so gut wie erledigt sind. Wenn sich jeder ein wenig
zusammenreißt, wird diese Welt eventuell doch noch besser.
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