STEVEN INFERNO
STEVEN INFERNO
Kopf
Lyrik: Luzifer
"Luzifer" ist eine mythologische Figur des Christentums; der gefallene Engel, der als Bösewicht und Verführer bezeichnet wird. Dieses Gedicht beschreibt ihn so, wie ich ihn mir vorstelle. Als eine tragische Gestalt, die gezwungenermaßen gegen einen übermächtigen Gegner ("Gott") kämpft, trotz zahlreicher Niederlagen sich aber stets den Humor und Zynismus bewahrt.

Luzifer

Ich sah ihn im Staube sitzen,
sah in sein Gesicht.
Sah seine dunklen Augen blitzen,
um Vergebung bat er nicht.

Sein Körper war vom Kampf geschunden,
seine Flügel schwarz vom Dreck.
Langsam schlossen sich die Wunden,
die Knochenbrüche heilten weg.

Der Engel der Entschlossenheit,
er sah mich an mit schwarzen Augen.
Gegen Jahwe stets zum Kampf bereit,
warnte er vor dessen Glauben.

Von seinen Brüdern fast erschlagen,
fiel er auf unsere Welt herab.
Und ich hörte ihn leise sagen:
Bald kommt der jüngste Tag!

Seine Stimme voller Weisheit,
seine Haare leicht ergraut.
Sein Wunsch nach Freiheit
war auch mir vertraut.

Und er sprach zu mir ganz leise:
Die Engel, sie sind eure Feinde,
sie sind nicht heilig oder weise,
auf dieser Welt seid ihr alleine!

Jahwe ist nicht euer Herr,
Jahwe besitzt auch keine Übermacht.
Er hasst seine Feinde sehr,
ich bekämpfte ihn in mancher Schlacht!

Er ist nur ein weiterer Engel,
der sich selbst zum Gott ernannte.
Der ganze Völker einst auslöschte,
seine Feinde gern verbrannte.

Ihr Menschen wurdet einst geboren
als ein Volk der Engelssklaven.
Wehrt euch oder seid verloren,
wie es andere Völker vor euch waren!

Mit diesen Worten erhob er sich,
seine Flügel schmerzten sehr.
Er rief mir nach: Vergiss es nicht;
Es gibt keinen Gott und keinen Herr!