

Liebe
|
...ist oft nur die Rechtfertigung für Moralisten, die trotz aller Moral nichts gegen ihre Triebe tun könnenDer Sinn des Lebens besteht aus Arterhaltung und Selbsterhaltung. Nichts anderes, keine göttliche Mission und keine Selbstverwirklichung. Wer an nichts glaubt, außer an die Wissenschaft kann auch seine eigene Existenz nicht als wichtig definieren. Wie kommt es, dass ausgerechnet die größten Atheisten sich selbst für unheimlich wichtig halten?"Liebe" ist das, woran die Menschen heutzutage noch "glauben". Fragt man was Liebe ist, bekommt man antworten wie: "Das lässt sich nicht beschreiben" oder "jeder definiert Liebe anders". Liebe wird also als ein überirdisches, übernatürliches und geheimnisvolles Phänomen verstanden. Wie kann es aber sein, dass Leute in bestimmten Lebensabschnitten an etwas Übernatürliches glauben, auf der anderen Seite aber über Leute lachen, die von übersinnlichen Erlebnissen erzählen? Entweder wir wissen alles und glauben keine Märchen oder aber wir akzeptieren, dass es Dinge gibt die sich nicht erklären lassen. Erzählt jemand er habe einen Geist gesehen, lachen ihn die Leute aus. Die Leute die lachen, sind aber gleichzeitig beleidigt wenn man sie der Mystik der Liebe beraubt. Ich persönlich unterscheide (im Bereich Partnerschaft und Sexualität) zwischen "körperlicher" und "autosuggerierter Liebe". Die erste Variante ist eine biochemische Reaktion im Gehirn, verursacht durch die unbewusste Aufnahme von Pheromonen (Sexuallockstoffe), welche von einem Subjekt stammen müssen, das über ein - dem sich verliebenden Subjekt - gegensätzliches Genom verfügt. Durch die Aufnahme dieser besagten Pheromone schüttet der Körper Adrenalin und Endorphine aus. Endorphine sind Glückshormone, sorgen für das "Schmetterlingsgefühl" im Bauch und wirken wie Opiate. Man könnte sie also als natürliche und nichtschädliche "Drogen" bezeichnen. Der Mensch wird tatsächlich süchtig nach diesem Glücksgefühl und würde "alles" tun, um es sich zu erhalten. Liebeskummer ist demnach nichts anderes als ein "kalter Entzug". Endorphine werden auch erzeugt, wenn man andere Reizstoffe zu sich nimmt. Beispielsweise Schokolade oder ähnlichen Süßkram. Was glaubt ihr, weshalb Liebeskummer-Kranke sich kiloweise Speiseeis reinziehen? Liebe macht süchtig und ist somit ein Trick der Natur, sexuell passive Lebewesen zur Fortpflanzung zu bewegen. Denn Arterhaltung ist der Sinn des Lebens. Dieser Sachverhalt hat folgende Nebenaussagen, die Menschen in ihrem Selbstbild kränken könnte: 1. Körperliche (durch Lockstoffe erzeugte) Liebe soll Lebewesen zur Arterhaltung bewegen. Dies bedeutet, dass jegliche Form von "Liebe", die dies nicht tut, als widernatürlich anzusehen ist. Dazu gehört zum Beispiel auch die Homosexualität. Würde ein Biologe tatsächlich aussprechen, dass sie für die Arterhaltung keinen Nutzen hat und somit streng genommen zwecklos ist, er würde wahrscheinlich nie wieder Fuß fassen. Die Idee kann man noch weiterspinnen: Wenn Homosexualität für die natürliche Fortpflanzung nicht zweckmäßig ist, wenn also ein Mann auf männliche Pheromone reagiert anstatt auf weibliche, dann könnte folgerichtig ein genetischer Defekt vorliegen. Homosexualität wäre demnach eine nicht heilbare Krankheit und könnte sich möglicherweise durch Vererbung verbreiten. "Aber nicht jeder Schwule zeugt schwule Kinder!" Stimmt, aber wir wissen ja aus der mendelschen Vererbungsregel, dass genetische Anlagen auch Generationen überspringen können. Vielleicht war ja der Großvater oder Urgroßvater homosexuell, wollte sich dies aber nicht eingestehen und hat seine Veranlagung weitergegeben. Homosexualität ist im Prinzip also nicht "normal", wenn man Liebe aus rein evolutionärer Sicht betrachtet. 2. Die Partnerwahl findet bei sexuell aktiven Menschen (also solchen welche sich nach dieser Logik nicht körperlich verlieben) nach strengen Kriterien statt, die die Arterhaltung sichern sollen. Hier haben Pheromone eine weniger starke Wirkung. Andere Schlüsselreize sorgen für die Bewertung des zukünftigen Partners. Worauf gucken Männer zuerst bei Frauen? Auf den Busen und auf das Becken, schließlich muss sie ja gebärfähig sein. Je größer der Busen, desto mehr Milch für den Nachwuchs. Frauen die zu schlank sind werden dagegen als untauglich angesehen, um Nachwuchs zu gebären. Zu dicke Frauen dagegen suggerieren ein kränkliches Bild (das war in früheren Zeiten mal anders), weswegen sie als perfekte Partnerin ausscheiden. Frauen dagegen suchen sich (auch wenn sie es nicht zugeben würden) starke, kräftige Männer aus. Sie brauchen jemanden der den Nachwuchs beschützen und versorgen kann. Rein äußerlich also ein Mann mit breitem Kreuz und gepflegter Erscheinung. Die gepflegte Erscheinung vermittelt Gesundheit und einen gewissen Vermögensstandard. Die Sache wird noch etwas härter: Beispielsweise gleicht ein dickes Bankkonto körperliche Gebrechen wieder aus. Benachteiligte Menschen wissen natürlich, dass sie bei bestimmten Partnern, die aus ihrer Sicht vielleicht erste Wahl wären, keine Chance haben. Aus diesem Grunde geben sie sich auch mit weniger zufrieden. Beweisführung - VerhaltensbiologieSexual aktive Subjekte versuchen durch Balzverhalten aus der Urzeit ihren mutmaßlichen Partner auf sich aufmerksam zu machen. Hier kann man erstaunliche Parallelen des Menschen zur Tierwelt erkennen und die "Liebe" erscheint ganz und gar nicht mehr "überirdisch". Aber dazu später. Der Pfau beispielsweise beeindruckt das Weibchen mit seinem farbenfrohen Gefieder, das er präsentiert. Zahlreiche Singvögel übertrumpfen sich gegenseitig an Lautstärke, um auf sich aufmerksam zu machen. Das Balzverhalten beschränkt sich im Großen und Ganzen also auf Angeberei. Wer am meisten angibt, durch prächtige Farben, lautes Geschrei oder körperliche Stärke ist im Tierreich erste Wahl. Auch das Tier Mensch benimmt sich so. Geht in die Disco und setzt euch dort hin, wo ihr einen guten Überblick habt. Die blonde Schönheit (mit "Arschgeweih") lässt sich vom Bodybuilder, der stolz zahlreiche Tätowierungen präsentiert, die Drinks ausgeben. Jedes Mädel hat mindestens zwei Kilo Schminke im Gesicht und auf der Tanzfläche hampeln sich die Kerle ab, um zu beweisen, was für eine tolle Partie sie sind. Zu den Frauen ist jeder Türsteher freundlich, während Männer öfters ziemlich "unfreundlich" empfangen werden. "Markenkleidung" hat wohl doch einen bestimmten Nutzen...Und wenn jemand bereits eine Freundin hat, dann betrachtet er diese als sein Eigentum. Männliche Löwen töten den Nachwuchs der Weibchen, wenn er ihn nicht gezeugt hat. Männliche Menschen gehen (meistens) nicht soweit, aber sie reagieren etwas gereizt wenn jemand ihr Weibchen "komisch anguckt". Schlägereien in Diskotheken haben zu 90% mit Eifersucht zu tun. Da hat das Mädel doch tatsächlich die Frechheit besessen, mit einem Kerl zu reden ohne ihren Macker vorher um Erlaubnis zu fragen. Am liebsten würde er ja IHR welche reinhauen, aber so etwas tut man in unserer Gesellschaft nicht. Den Nebenbuhler zusammenzuschlagen, das ist schon eher anerkannt. "MEIN Haus, MEIN Auto und MEINE Frau..." Niemand stört sich an diesem besitzanzeigendem Fürwort, auch nicht die Gattin selbst, die damit als Eigentum ihres Ehemannes bezeichnet wird. Und wehe ein "feindliches Männchen" dringt in das Revier des "Alphatier-Bodybuilder-Kerls" ein und gräbt auch noch dessen Weibchen an... Um jedem männlichen Konkurrenten zu beweisen, dass das Weibchen seines ist, wird krampfhaft deren Hand gehalten. Mindestens alle fünf Minuten ist ein intensiver Zungenkuss nötig und zahlreiche Intimstellen werden "abgetastet" und befummelt. Am Hals wird geknutscht, ins Ohrläppchen gebissen, der Hintern getätschelt... Und damit wurd' auch dem Dümmsten klar, dass das wohl ein Pärchen war! Wie bereits erwähnt: Ich persönlich unterscheide zwischen "körperlicher" und "autosuggerierter Liebe". Die zweite Variante wird nicht durch Pheromone verursacht, sondern durch die eigene Psyche und Vorstellungskraft. Es handelt sich um "autosuggerierte Liebe". Man selbst ist aufgrund bestimmter Charakteristika oder Schlüsselreize überzeugt, sich verliebt zu haben. Die Schlüsselreize, die auch bei den oben angesprochenen, sexuell aktiven Menschen für die Partnerwahl sorgen, haben einen nicht minder wichtigen Einfluss auf die "autosuggerierte Verliebtheit". So meint jemand sich beispielsweise über einen Onlinechat in jemanden verliebt zu haben. Die Gestik und Mimik, sowie ausgetauschte Nachrichten, erzeugen hier beim Subjekt ein Gefühl der "Liebe", welches nicht durch Pheromone ausgelöst werden kann. Ein anderer glaubt vielleicht in einen Fernsehstar vernarrt zu sein. Er hat mit der Person seiner Begierde noch nie gesprochen, aber bereits viele Interviews gelesen und selbige in Magazinen auf Fotos gesehen. Die Schlüsselreize sind hier: Aussehen und Mimik, durch die er zu der festen Überzeugung gelangt ist, dass er die Person tatsächlich lieben würde. Und im Prinzip tut er es ja auch. Das Lustige an der Autosuggestion ist ihre Macht. Wenn man fest an etwas glaubt, dann wird es für einen selbst zur Realität. Für den Bereich Liebe und Partnerschaft spielt es somit absolut keine Rolle, ob eine Liebe nun körperlicher oder autosuggestiver Natur ist. In beiden Fällen ist das Gefühl für den Menschen echt. Nur der Auslöser variiert. Glaubt ihr immer noch, dass Liebe überirdisches ist? Dann lacht nicht über Menschen, die von etwas Unerklärlichem reden. Ansonsten müsst ihr über euch selber lachen, wenn ihr jemanden liebt, der nicht das Schönheitsideal erfüllt und auch sonst keinerlei Vorzüge hat. Und wenn ihr eifersüchtig werdet, weil jemand EUER Mädchen angequatscht hat. |

