STEVEN INFERNO
STEVEN INFERNO
Kopf
Satanismus

Die Philosophie des Satanismus

"Gott ist tot"
(Friedrich Wilhelm Nietzsche)

Der Satanismus wird immer wieder als Rechtfertigung von Psychopathen benutzt, um ihre kriminellen Handlungen jemand anderen in die Schuhe zu schieben. Letztlich sei Satan schuld, dass sie ihrem Blutrausch folgen und Unschuldige metzeln. Aus diesem Grund hat ein moderner Satanist es nicht gerade leicht, von der Gesellschaft akzeptiert zu werden. Die Vorstellung des dunklen Priesters, welcher Jungfrauen opfert, ist nach wie vor in den Köpfen der Menschen und wird durch zahlreiche Horrorfilme angestachelt und bestätigt.

Der moderne Satanismus ist eine Bezeichnung für die konsequente Ablehnung des christlichen Glaubens, sowie eine Verhöhnung der Kirche. Es werden genau die Aspekte aufgegriffen, die in der christlichen Mythologie als "böse" oder "satanisch" angesehen werden, um eben genau diese zu "verehren". Somit begibt man sich auf den "Pfad der absoluten Sünde" und lacht über das Scheinheiligtum der christlichen Kirche(n). Der moderne Satanismus ist in diesem Sinne keine Religion. Es wird niemand verehrt und auch niemand angebetet.

Der Teufel ist die Rechtfertigung der Kirche für eine Vielzahl völlig überzogener, scheinheiliger Vorschriften. Er ist somit notwendiger Bestandteil eines längst überholten Dogmas, welches nach wie vor benutzt wird, um Menschen zu bevormunden und ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. "Sünden" werden bereut, die keine Sünden sind. Und nach wie vor wird der Papst von Millionen Menschen verehrt, weil sie denken er wäre Gottes Stellvertreter auf Erden. Triebe und Bedürfnisse die jeder von euch auslebt, weil er sie ausleben muss, weil er sie nicht abschalten kann, sind nach christlicher Ideologie Sünden.

Wer streng als Christ lebt, müsste alle Menschen lieben, nie Hass oder Neid empfinden und selbstverständlich Sex nur als eheliche Pflicht ansehen. Der Satanismus erklärt gerade diese Sünden als etwas völlig normales und bezeichnet sich somit als einzige "Religion", die den Menschen selbst verehrt. Neid, Hass und Sex ist genauso menschlich, wie Liebe, Fürsorge und das Bedürfnis nach Treue oder Nähe. Menschen haben unterschiedliche, individuelle Bedürfnisse und Vorstellungen. Die einen sind neidisch, die anderen nicht. Die einen bezeichnen in einer Beziehung den Beischlaf mit Dritten als Treuebruch, die anderen sehen das lockerer.

Eine "Sünde" existiert nicht, denn dies würde eine übergeordnete Instanz voraussetzen (Gott), die entscheidet was eine Sünde ist und was nicht. Da man Christen und andere "Erleuchtete" nicht überzeugen kann, dass diese höhere Instanz nicht existiert (denn eine Nichtexistenz lässt sich niemals beweisen), bekennt man sich eben zum Gegenteil. Man spricht sozusagen eine Sprache, die sie verstehen: Satanismus. Wenn ihr christliche Missionare loswerden wollt, so braucht ihr denen nur glaubhaft vermitteln, dass ihr Satanisten seid. Dann räumen sie ruckzuck das Feld und lassen euch in Ruhe.

Kein "Gott", kein "Satan"; der Mensch verehrt sich selbst. Satanisten beten nicht Satan oder irgendeinen Gott an, sondern verehren sich selbst und übernehmen für sich selbst die Verantwortung. Satanismus ist im Grunde nur eine ausgeschmückte Form des Atheismus. Friedhofsmessen oder Opferungen, wie sie aus einschlägigen Filmen bekannt sind, haben nichts damit zu tun und werden strikt abgelehnt. "Gott ist tot" (Nietzsche); sei dein eigener Gott und folge der Vernunft! Die Nennung des Symbols Satan (hebräisch: "Widersacher", "Ankläger") als Sinnbild des Widerstandes gegen Unterdrückung und Doppelmoral ist Inhalt des "modernen Satanismus".